Energiewende in Kelsterbach

Süwag-QuartierKraftwerk „Am Mainblick“

Als die Stadt Kelsterbach sich 2011 an die Planung für ein neues Wohngebiet auf dem ehemaligen Fabrikgelände "Enka" machte, war schnell die Idee geboren: Lasst uns gemeinsam mit der Süwag etwas Neues anpacken – etwas, das der Energiewende Schub verleiht. Als Immobilienpartner wurde die Deutsche Reihenhaus AG gewonnen. Sie baute 180 Reihenhäuser, die inzwischen bezogen sind. Das Neue: Das Energieversorgungskonzept macht das komplette Wohngebiet weitgehend unabhängig von den öffentlichen Versorgungsnetzen.

So wurde es gemacht: In der Energiezentrale auf dem Gelände betreibt die Süwag ein Blockheizkraftwerk (BHKW). Dieses BHKW mit einer elektrischen Leistung von 50 Kilowatt und einer thermischen Leistung von 81 Kilowatt erzeugt Strom und nutzt die Abwärme, um Heißwasser und Wärme bereitzustellen. Im Endausbau sollen durch ein zweites BHKW etwa 250 Kilowatt elektrisch und rund 380 Kilowatt thermisch geliefert werden. Zusätzlich deckt ein Gaskessel mit einer thermischen Leistung von 895 Kilowatt den Spitzenbedarf an Heizenergie ab.

An einer 150 Meter langen Lärmschutzwand neben einer Bahntrasse wurden Photovoltaikmodule mit einer Spitzenleistung von 64,8 Kilowatt peak installiert. Der durch BHKW und Photovoltaikanlage erzeugte Strom steht nicht immer dann zur Verfügung, wenn er gebraucht wird. Deshalb wurde zusätzlich ein Stromspeicher von Bosch errichtet, der überschüssigen Strom puffern und zu erzeugungsarmen Zeiten wieder zur Verfügung stellen kann. Der Speicher besteht aus acht Schränken. Der erste Schrank enthält die Leistungselektronik samt Steuerung und bildet das Herzstück des Speichers. Die weiteren sieben Schränke sind jeweils mit 16 Lithium-Ionen-Modulen bestückt, mit deren Hilfe 134 Kilowattstunden Strom gespeichert werden können – den Tagesverbrauch von zehn vierköpfigen Familien.

Mit der Kombination aus BHKW, PV-Anlage und Speicher werden Zukäufe aus dem Netz reduziert und Durchleitungsgebühren minimiert. Im Ergebnis ist der Strom für die Kelsterbacher Siedlung nicht nur viel grüner als anderswo, sondern auch noch preisgünstiger.

Von der Fachhochschule Frankfurt wird die „Reale Energiewende in Kelsterbach“ wissenschaftlich begleitet. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung fördert das Projekt mit Mitteln aus dem europäischen Fond für regionale Entwicklung.

Ausgezeichnete Energieversorgung

Da geht noch mehr: Mit ihrem bundesweit beachteten Projekt Enervator beweist die Süwag, was heute real möglich ist. Dafür erhielt sie 2018 den Hessischen Staatspreis für innovative Energielösungen.


 

Enervator - Energiewende in den eigenen vier Wänden

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