Erdgas ist der fossile Energieträger, der am wenigsten Kohlendioxid verursacht. Mit dem verstärkten Einsatz von Erdgas leisten Sie also einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Erdgas verbrennt in der Regel vollständig und emittiert kaum Schadstoffe wie Ruß oder Rauch. Außerdem entsteht weniger Feinstaub als bei der Nutzung von Heizöl, Holzpellets und Kohle.
Ein attraktives Paar
Erdgas lässt sich sinnvoll mit erneuerbaren Energien kombinieren – zum Beispiel mit Solar- und Biogas-Anlagen sowie mit Gas-Wärmepumpen. Ein weiterer Vorteil: Aufgrund der geringen Fixkosten lassen sich Erdgas-Kraftwerke sehr gut dezentral einsetzen. Und die Nutzung von Erdgas entlastet die Straßen. Es fließt in unterirdischen Leitungen und muss nicht mit LKWs transportiert werden.
Gibt es nur eine Art von Erdgas?
Grundsätzlich gibt es zwei Erdgasarten, die jeweils einen anderen Energiegehalt (Brennwert) aufweisen: Das H-Gas (High-Caloric-Gas) mit einem Brennwert von etwa 11,5 kWh/m³ und einem Methan-Anteil zwischen 87 und 99 Prozent wird unter anderem in Norwegen gefördert. Das L-Gas (Low-Caloric-Gas) mit einem Brennwert von etwa 10 kWh/m³ und einem Methan-Anteil zwischen 79 und 87 Prozent wird beispielsweise in den Niederlanden und in Deutschland gefördert. Beide Gase sind umweltschonend, H-Gas enthält etwas weniger Stickstoff und Kohlendioxid
Was ist Bio-Erdgas?
Gewonnen wird Bio-Erdgas aus so genannten Energiepflanzen (Mais und Roggen) oder aus landwirtschaftlichen Abfällen (z. B. Kuhmist). Biogas-Anlagen funktionieren im Prinzip wie ein Kuhmagen: Bakterien bauen Biomasse unter Luftabschluss zu Biogas ab. Anschließend muss dieses Gas aufbereitet werden, damit es die Qualität von Erdgas erreicht.
Wie sicher ist das Heizen mit Gas?
In Deutschland müssen Erdgasanlagen und -geräte hohen Sicherheitsstandards entsprechen. Ob diese Standards eingehalten werden, wird regelmäßig überprüft und mit Zertifizierungszeichen auf den Geräten dokumentiert.
Warum riecht Erdgas?
Natürliches Erdgas ist geruchlos. Ihm wird aber ein Warnduft beigemischt, den man sofort riecht, wenn Erdgas entweicht.
Was bedeuten Brennwert und Zustandszahl?
Gaszähler zeigen die verbrauchte Gasmenge in Kubikmetern (m³) an. Erdgas aus unterschiedlichen Quellen unterscheidet sich jedoch im Energiegehalt und Zustand. Darunter sind zu verstehen:
- der Brennwert des gelieferten Erdgases
- die Höhenlage des Ortes, der beliefert wird
- der Druck des Gases am Gaszähler und
- eine mittlere Gastemperatur von 15°C.
Damit alle diese Punkt in der Abrechnung richtig berücksichtigt werden können, wird der Verbrauch mit der Zustandszahl und dem Brennwert in Kilowattstunden (kWh) umgerechnet. Die Süwag Energie AG multipliziert also die verbrauchte Gasmenge (m³) mit der Zustandszahl und dem Brennwert. Als Ergebnis kommt der Gasverbrauch in Kilowattstunden heraus.
Dieses Verfahren ist als „Thermische Gasabrechnung“ im „DVGW-Arbeitsblatt G685“ geregelt.
Der Weg des Gases
1. Exploration und Produktion
Sämtliche Kapazitäten der RWE sind in den einzelnen Tochtergesellschaften zusammengefasst: So sind etwa bei der RWE Dea die Upstream-Aktivitäten der RWE gebündelt. Im RWE-Konzernbereich Erzeugung und Gewinnung ist RWE Dea für die Exploration und Produktion von Erdgas und Erdöl zuständig und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Die RWE Gas-Produktion belief sich im Jahr 2005 auf 2.353 Mio. m³, die eigenen Gas-Reserven betragen zurzeit 67,7 Mio. m³ Öläquivalente (OE).
Die RWE Dea entwickelt und betreibt Erdgasspeicher in ausgeförderten Erdgaslagern mit einem Volumen von 1,9 Mrd. m³. Die Gesellschaft, die ihre Hauptverwaltung in der Hamburger City Nord hat, verfügt über eine mehr als 100-jährige Erfahrung sowie über modernste Bohr- und Produktionstechniken.
In Deutschland konzentriert sich RWE Dea auf die Erdgas-Suche und -Förderung in der niedersächsischen Region zwischen Elbe und Weser, die Entwicklung des Offshore-Feldes Mittelplate an der schleswig-holsteinischen Westküste und den Betrieb hochvolumiger Untergrund-Erdgasspeicher in Bayern.
Die internationalen Upstream-Aktivitäten der Gesellschaft konzentrieren sich vor allem auf Norwegen, Großbritannien und Ägypten sowie auf Libyen und Algerien, aber auch auf Dänemark, Polen und Kasachstan.
2. Handel
Die RWE Trading wurde im Jahre 2000 gegründet und ist innerhalb des RWE-Konzerns die Führungsgesellschaft für den Unternehmensbereich Energiehandel. Das Unternehmen ist europaweit aufgestellt und trägt zur Optimierung der Up-, Mid- und Downstream-Aktivitäten ihrer Schwestergesellschaften bei. RWE Trading betreibt mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern Tradingfloors in Essen, Swindon (UK) und London und verfügt über europaweite Repräsentanzen und Niederlassungen.
RWE Trading agiert als zentrale Drehscheibe für alle physischen und derivativen Transaktionen auf den internationalen Großhandelsmärkten mit Fokus auf Strom und Gas. Ferner ist die Gesellschaft an rund einem Dutzend internationaler Börsen aktiv und bildet eine wesentliche Säule des europäischen OTC-Handels.
Das Gashandelsvolumen der RWE Trading für Kontinentaleuropa und UK betrug in 2005 rund 784 TWh. Mit der weiteren Öffnung kontinentaleuropäischer Gasmärkte wird RWE Trading die Chancen nutzen, um die Position des Konzerns in den europäischen Gasmärkten auszubauen.
Mit all diesen Aktivitäten und Erfahrungen trägt die Gesellschaft zur Optimierung des Erzeugungsbereichs und zur Steuerung des Risiko-Managements im RWE-Konzern bei.
3. Transport und Speicherung
Für den Transport und die Speicherung von Gas sind die tschechische Tochtergesellschaft RWE Transgas Net und die deutsche RWE Transportnetz Gas zuständig. Mit den Transit-Leitungen der beiden Netzgesellschaften verfügt RWE über wichtige Transportkapazitäten für russisches, norwegisches und niederländisches Gas und zukünftig auch für Gas aus der kaspischen Region. Damit nimmt RWE eine nachhaltige Position im europäischen Gastransport mit Anbindung an wichtige Erdgasübergangspunkte internationaler Produzenten ein.
Die Speicherkapazitäten der RWE Energy betrugen 2005 insgesamt 4,2 Mrd. m3 (inklusive möglicher Erweiterungen), die Leitungssysteme der RWE Gasnetze (Transport und Verteilung) haben eine Länge von insgesamt 116.505 km.
4. Versorgung
Eine stabile und jederzeit reibungslose Versorgung zu garantieren, ist der Maßstab unseres unternehmerischen Handelns. Mit unseren sicheren und leistungsstarken Distributionsnetzen erreichen wir mehr als 10 Millionen Endverbraucher und versorgen sie mit umweltfreundlicher, weil CO2armer Energie.
Die RWE Energy steuert von Dortmund aus mit insgesamt zwölf regionalen Energiegesellschaften – sechs davon außerhalb Deutschlands – das Gas-Verteilnetz von RWE in Kontinentaleuropa.
5. Vertrieb
Am Ende der RWE-Gaswertschöpfungskette stehen die Regionalgesellschaften. So bieten zum Beispiel die RWE Westfalen-Weser-Ems oder die RWE Rhein-Ruhr unter dem Dach der RWE Energy ihren Kunden Gas – darüber hinaus auch Strom und Wasser – und damit verbundene Dienstleistungen aus einer Hand.
Um in der Nähe der Kunden sein zu können, unterhalten die Energielieferanten ein dichtes Netz von Servicedienstleistungen in den jeweiligen Regionen. Dort sind sie beispielsweise mit Betreuern für alle Kundengruppen, lokalen Kundencentern oder „Mobilen Teams“ vertreten. Denn die regionale Verwurzelung und Präsenz sichern größtmögliche Kundennähe. Der Kontakt zu den Menschen ist die Basis, auf der die Unternehmen neue Leistungs- und Servicekonzepte entwickeln: Für Privat- und Geschäftskunden, für Stadtwerke und Kommunen.









