Der Strombedarf steigt. Und das weltweit. Vor allem in den boomenden asiatischen Volkswirtschaften wächst die Nachfrage nach Rohstoffen und Energie ständig. Schwankende Energiepreise und kontinuierlich steigende Strom- und Gaspreise sind das Ergebnis. Und diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahrzehnten noch verschärfen und beschleunigen.
Öffnung und Vernetzung
Durch die Öffnung des deutschen Strommarktes für den Wettbewerb im Jahr 1998 ist ein europäischer Großhandelsmarkt für Strom entstanden. An der deutschen Strombörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig kaufen und verkaufen Handelsteilnehmer aus 16 Ländern Strom. Und die wachsende europäische Vernetzung spielt auch bei der Preisbildung eine zunehmende Rolle.
Angebot und Nachfrage
Es ist wie mit allen handelbaren Waren und Leistungen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. So wirken sich zum Beispiel auch extreme Witterungsbedingungen in Nachbarländern direkt auf die Nachfrage und damit den deutschen Strompreis aus. Doch trotz der weltweit gestiegenen Energienachfrage liegen die Strompreise für deutsche Haushaltskunden im europäischen Vergleich noch immer im Mittelfeld.
Steuern und Abgaben
Wichtige Faktoren für die Entwicklung der Energiepreise sind die staatlichen Belastungen. Denn Steuern und Abgaben machen heute 46 Prozent des Strompreises für einen Haushaltskunden aus. 1998 waren es noch 25 Prozent. Dabei handelt es sich keineswegs nur um die bekannte Mehrwertsteuer und die viel diskutierte Ökosteuer. Zum hohen Steueranteil tragen auch die Abgaben nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, der §19-Umlage zur Entlastung energieintensiver Industrien sowie die Konzessionsabgaben bei.
Heute und morgen
Um auch in Zukunft die hohe Versorgungssicherheit in Deutschland zu garantieren, sind kontinuierliche Investitionen erforderlich. Aus diesem Grund hat die deutsche Stromwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren rund 50 Milliarden Euro in ihre Netze und Kraftwerke investiert. Und das trotz des steigenden Kostendrucks. In den nächsten 15 Jahren plant die deutsche Stromwirtschaft darüber hinaus zusätzliche Investitionen in Höhe von circa 80 Milliarden Euro.







