Mai2012

ENERGIE VOM BAUERN.

Die Energiewende hat zur Folge, dass Strom und Wärme künftig von vielen und an vielen Orten, also dezentral erzeugt werden. Schon heute stammen 17 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen. Nach der Windkraft haben Biogas-Anlagen daran den größten Anteil. Die Süwag investiert schon seit vielen Jahren in Biogas-Projekte und arbeitet dabei sowohl mit kommunalen Partnern als auch mit Landwirten zusammen.

Dezentrale Anlagen werden in Zukunft nicht nur Teil der Energiegewinnung sein, sondern die Basis. Diese Energiewende gelingt aber nur mit den Städten und Gemeinden. Deshalb plant die Süwag, noch stärker mit den Kommunen zusammen zu arbeiten, um regenerative Energiekonzepte zu verwirklichen. Dabei kommt es darauf an, die Akzeptanz der Bevölkerung für jedes Projekt zu gewinnen. Die Biogas-Anlage in Bad Wimpfen ist dafür ein gutes Beispiel. Die Bürger wurden von Beginn an in das Projekt eingebunden, ihre Sorgen wurden ernst genommen. Gute Erfahrungen mit dieser Einbindung hat die Süwag auch vorher schon mit einer Biogasanlage in Großbottwar nahe Heilbronn gemacht. Die Kommunen profitieren von den Anlagen mehrfach: durch niedrigere Wärmepreise, weniger CO2-Ausstoß und – wie in Bad Wimpfen – zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen.

WÄRME AUS SCHAFMIST, RINDERGÜLLE UND SILAGE

Das SRH-Gesundheitszentrums in Bad Wimpfen am Neckar wird ab Anfang 2012 mit Wärme aus einer neuen Biogasanlage beheizt. Ebenso die Kurverwaltung des Soleheilbades und eine Gärtnerei. Knapp ein Dutzend landwirtschaftliche Betriebe haben die etwas außerhalb der Stadt errichtete Anlage zusammen mit der Süwag geplant. Einer von ihnen ist die Schäferei Geiger. Sie liefert Schafmist als Energierohstoff. Andere Bauern steuern Rindergülle, Grünroggen und Sudangras bei. Viele Menschen hatten befürchtet, dass es stinkt im Kurbad. Das ist nicht der Fall. Im Gegenteil: Die verwendete Gülle und der Mist werden durch den Gärprozess fast geruchsneutral verwertet.

Die Biogasanlage wird betrieben von einer gemeinsamen Gesellschaft, in der die Aufgaben klar verteilt sind: Die Landwirte liefern die Rohstoffe und kümmern sich um die Betriebsführung, die Süwag ist für den Betrieb des Blockheizkraftwerks und die Nahwärmeversorgung zuständig. Der neben der Wärme erzeugte Strom wird ins örtliche Netz eingespeist.

Enorme Verarbeitung pro Jahr
  • 6.000 Kubikmeter Gülle und Mist
  • 10.000 Tonnen Silage aus Mais, Grünroggen und Gras
  • Entlastung der Atmosphäre um 4.600 Tonnen Kohlendioxid
Statement

DIE ALTERNATIVE

»Fast alle aktiven Landwirte aus Bad Wimpfen sind mit im Boot. So entsteht keine Flächenkonkurrenz. Wir sind froh, dass wir mit der Süwag einen erfahrenen Partner an unserer Seite haben.« Johanna Geiger ist die erst 25-jährige Besitzerin der Schäferei Geiger und Geschäftsführerin der Biogas-Anlage
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