ModellregionElektromobilitätRhein-Main

Idstein - 25.06.2010

PILOT: Pedelecs - Idsteiner Land on Tour - Idsteiner Land testet Einsatz von Elektrofahrrädern

Die fossilen Brennstoffreserven sind endlich. Seit Jahren steigen die Benzinpreise. Es wird höchste Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie wir uns in Zukunft fortbewegen wollen. Die Bundesregierung hofft, dass in zehn Jahren eine Million Elektrofahrzeuge (Autos, Roller und Fahrräder) auf Deutschlands Straßen unterwegs sein werden. Deshalb hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) aus dem zweiten Konjunkturpaket ein mit 115 Millionen Euro ausgestattetes Förderprogramm „Modellregionen Elektromobilität“ ausgelobt.
Im Rahmen dieses Förderprogramms wird unter Federführung der Süwag Energie AG das Projekt „Pedelecs – Idsteiner Land on Tour“ entstehen. Vertreter des heimischen Energiedienstleisters, Idsteins Bürgermeister Gerhard Krum als Vertreter der Bürgermeister im Idsteiner Land sowie Vertreter des in Idstein ansässigen Fahrradherstellers „Storck Bicycle“ stellten das Förderprogramm im Rahmen einer Pressekonferenz vor:
In erster Linie werden fahrradinteressierte Bürger, die in naher Zukunft die Anschaffung eines Elektrofahrrades planen, profitieren. Denn die Süwag Energie investiert fast eine halbe Million Euro in das Projekt. Aus der Bundesförderung kommt noch einmal die gleiche Summe hinzu. Somit können 200 Bürger im Idsteiner Land ein „Storck Raddar Multitask“, ein Pedelec auf absolutem Top-Niveau, extrem günstig erwerben. Dies soll die Scheu vor dem neuen Transportmittel abbauen und die energieeffiziente Fortbewegung attraktiver machen.
Bürgermeister Krum ist überzeugt, dass durch die Pedelecs rad fahren noch attraktiver wird: „Man kommt durch die Unterstützung des Elektromotors weder verschwitzt noch außer Puste am Ziel an, die Fahrräder verursachen keinen Lärm, keine Abgase und man ist im innerstädtischen Bereich beweglicher als mit dem Auto. Außerdem bietet diese Art von Fahrrad eine gesundheitsbewusste Alternative zum Auto.“

Dirk Pumplun, Niederlassungsleiter Mitte der Süwag Energie AG und Markus Storck von Storck Bicycle erläutern die Beweggründe für das Engagement:
1. Durch die Kooperation der Kommunen, des Grundversorgers Süwag Energie und des ortsansässigen Herstellers ist der Kontakt zu allen Haushalten im Idsteiner Land gewährleistet. Somit kann die neue politisch und gesellschaftlich geforderte und geförderte Technologie ideal verbreitet werden.
2. Pedelecs benötigen Strom – die Süwag Energie ist als regionaler Stromnetzbetreiber und Energielieferant kompetenter Ansprechpartner zum Thema Energie und Energieeffizienz im Rheingau-Taunus-Kreis.
3. Beim Aufbau der Ladeinfrastruktur gibt es wenig Erfahrung ob und wo Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt werden müssen. Hier wird die Süwag Energie mit den Kommunen des Idsteiner Lands und der regionalen Wirtschaft Lösungsmöglichkeiten umsetzen und deren Praktikabilität verfolgen.
4. Elektromobilität und erneuerbare Energien sind natürliche Partner. Daher sind im Projekt zur Unterstützung der Umweltfreundlichkeit auch dezentrale Ladestationen mit Solarstrom aus Photovoltaikanlagen vorgesehen. Auch hier verfügt die Süwag Energie über das entsprechende Know-How.

Ausgeprägte Begleitforschung

Die gesamte Modellregion Elektromobilität Rhein-Main wird begleitet durch eine ausgeprägte Forschung. Unter anderem mit Hilfe der Erfahrungen des Fahrradherstellers „Storck Bicycles“ und Süwag Energie werden sowohl technische als auch sozialwissenschaftliche Studien erarbeitet.
Das Fraunhoferinstitut in Kassel beispielsweise wertet aus allen Projekten die technisch relevanten Daten aus. Dieses Projekt dient zudem als Basis für weitere Aktivitäten. Konkret geplant ist in naher Zukunft eine Forschungskooperation zwischen der Hochschule Fresenius, der Stadt Idstein, der Süwag Energie AG und der Firma Storck Bicycle GmbH. In dieser Zusammenarbeit geht es um Energiemanagementsysteme, Nachhaltigkeitskonzepte der Energieversorgung, die Untersuchung zukünftiger Ausbaumöglichkeiten des Einsatzes von E-Bikes sowie das Monitoring der Verbesserung der menschlischen Gesundheit bei deren Gebrauch.
Die Goetheuniversität Frankfurt und die FH Frankfurt begleiten mit Fragebögen und empirischen Untersuchungen das Nutzerverhalten. Unter Beteiligung ausgewählter Gruppen wird das Angebot von Elektromobilität optimiert, Erfahrung kommuniziert und Nachhaltigkeit erreicht. Schließlich werden die Projekte in der Modellregion auch aus der Sicht von Städten und Gemeinden betrachtet. Hier spielen die Chancen von Elektromobilität zur Steigerung von Innovation, Wirtschaftskraft und Lebensqualität in den Kommunen sowie die Weiterentwicklung des öffentlichen Raums (Stadtbild, Rechtsrahmen usw.) eine wesentliche Rolle.

Die Region Idsteiner Land und im Besonderen die Stadt Idstein sind aus topologischer Sicht prädestiniert für Untersuchungen zum Einsatz von Elektrofahrrädern. Gerade in hügeligen Regionen sollen Pedelecs den Umstieg auf Fahrräder forcieren und alltagstauglich machen: „Wer sich bisher nicht wirklich vorstellen konnte die Hügel und Berge des Taunus oder alleine den kurzen, aber steilen Anstieg vom Supermarkt zur heimatlichen Wohnung mit dem Fahrrad zu bewältigen, nicht weil die Lust sondern ganz einfach die Kraft fehlte, für den ist das führerscheinfreie Pedelec, ein Fahrrad mit Elektro-Hilfsmotor, genau das Richtige. Denn der Elektromotor unterstützt die Tretkraft bis max. 25 km/h. Die Energie hierfür bezieht der Motor aus einer aufladbaren Batterie, die im Fahrradrahmen Platz findet. Aufgeladen wird das effiziente Fortbewegungsmittel über ein Ladegerät an der herkömmlichen Steckdose zu Hause, am Arbeitsplatz oder über eine Strom-Tankstelle. Ohne Tretbewegung gibt der Motor keine Leistung ab“, erläutert Markus Storck von Storck Bicycle


Für Rückfragen zum Projekt senden Sie uns eine E-Mail an elektromobilitaet@suewag.de



Die Süwag Energie AG ist eine Regionalgesellschaft der RWE. Das knapp 5 200 Quadratkilometer umfassende Netzgebiet der Süwag Energie und ihrer Tochterunternehmen verteilt sich auf die vier Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. In allen Bundesländern ist die Süwag-Gruppe mit Standorten vertreten und beschäftigt insgesamt rund 1 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie über 100 Auszubildende. Jährlich werden etwa neun Milliarden Kilowattstunden Strom und rund drei Milliarden Kilowattstunden Erdgas abgesetzt. In den unternehmenseigenen Blockheizkraftwerken sowie den 16 naturnahen Laufwasserkraftwerken erzeugt das Unternehmen etwa 100 Millionen kWh Ökostrom pro Jahr.

Die Modellregion Elektromobilität Rhein-Main versetzt den Ballungsraum und Nordhessen im Jahr 2010 nachhaltig in Bewegung. Die Regionale Projektleitstelle, angesiedelt bei der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH), koordiniert Projekte, die nahezu alle Formen der E-Mobilität auf den Weg bringen: von E-Rollern und Pedelecs (Elektrofahrräder) über Elektro- und Hybridbusse und Elektroautos bis hin zur Erprobung von Hybridnutzfahrzeugen.
Das Förderprogramm „Modellregionen Elektromobilität“ ist ein mit 115 Millionen Euro aus dem zweiten Konjunkturpaket ausgestattetes Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS). Modellregionsübergreifend wird das Fördergramm von der NOW GmbH (Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie) koordiniert. Mit dem Label ZEBRA (Zukunft Elektromobilität: Beispielhafte Regionale Anwendungen) arbeitet die Modellregion Elektromobilität Rhein-Main eng verzahnt mit dem Projekt „Hessen – Modellland für die nachhaltige Nutzung von Elektroautos“ der hessischen Nachhaltigkeitsstrategie zusammen.



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